Projekttag · Programmieren mit KI
Heute baut ihr eure eigene Web-App – mit Ideen, klaren Worten und einer KI als Programmier-Partnerin.
VibeFabrik · vibefabrik.de · Projekttag für Schulklassen
Kurz zu mir
Dr. Philip Schneider
Promotion im Innovationsmanagement, Erfahrung in Beratung, Healthcare-Startup und Automotive-Software.
Kurz zu euch
Ich will wissen, wo ihr steht – das hilft mir, das Tempo richtig zu setzen:
Egal ob Scratch, Python-Unterricht oder nur mal reingeschnuppert – Handzeichen!
ChatGPT, Claude oder Ähnliches schon mal Code schreiben lassen?
Ein Spiel? Ein Quiz? Ruft's einfach rein – ich sammle Ideen für später.
Keine Sorge: Egal ob ihr schon programmiert habt oder heute zum ersten Mal einen Code-Editor seht – ihr startet alle mit dem Gleichen: einer Idee und einer KI, die zuhört.
Ziel des Vormittags
Wichtig: Die KI macht auch Fehler. Wer versteht, was der Code ungefähr tut, merkt das sofort – deshalb starten wir mit den Grundlagen.
Der Plan für heute
| 08:00 | Ankommen & Technik-Check · Browser auf |
| 08:05 | Was ist Vibe Coding? Was lernt ihr heute? Echte Beispiele |
| 08:25 | HTML – die Bausteine jeder Seite, inkl. Beispiel-Prompt · dann ⚡ Schritt 1: unsere Quiz-App entsteht |
| 08:45 | CSS – Farben, Boxen, Knöpfe · dann ⚡ Schritt 2: das Quiz wird schön |
| 08:55 | JavaScript – das Verhalten der Seite · dann ⚡ Schritt 3: das Quiz wird spielbar |
| 09:10 | SQL – Daten dauerhaft speichern · dann ⚡ Schritt 4: Bestenliste für die Klasse |
| 09:20 | Vibecoding Essentials · die Methode, gute Prompts, wo die KI Fehler macht |
| 09:30 | Pause (bis 09:45) 🥨 |
| 09:45 | Gruppenphase: Konzept, dann Sprints im Studio |
| 11:15 | Pause (bis 11:30) 🥨 |
| 11:30 | Feedback-Runde, dann finalisieren und veröffentlichen |
| 11:55 | MVP-Präsentationen: 3 Minuten pro Gruppe |
| 12:10 | Abschluss: Eure Apps bleiben online – ihr nehmt den Link mit |
Los geht's
Du beschreibst in normaler Sprache, was du bauen willst – eine KI schreibt den Code. Du bist die Chefin oder der Chef, die KI ist dein superschnelles Programmier-Team.
„Baue mir ein Snake-Spiel mit Punkten“ – ganz normale Sätze reichen. So eine Anweisung an die KI nennt man Prompt.
In Sekunden entsteht echter Programm-Code. KI heißt „Künstliche Intelligenz“ – ein Programm, das Sprache versteht und selbst Texte und Code schreibt.
Testen, Wünsche nachschieben, wieder testen. Genau so arbeiten echte Entwickler-Teams – nur dass euer Teammitglied nie müde wird.
Ganz frisch: Den Begriff gibt es erst seit Februar 2025. Ihr lernt heute also etwas, das jünger ist als eure letzte Klassenfahrt.
Die kurze Geschichte
Programmieren, ganz allgemein
Und dann: Vibe Coding
Zum Staunen
Drei Beispiele, die genau so mit KI gebaut wurden – vom ersten Prompt bis zur fertigen App:
Ein komplettes Spiel mit Steuerung, Punkten und einer Rangliste für die ganze Klasse.
Fragen, Antworten, Auswertung – die besten Ergebnisse landen in der Datenbank.
Auch „richtige“ Seiten – für den Verein, die Band oder das Hobby. Diese Folien hier sind übrigens selbst vibe-gecodet.
Und im echten Leben?
Nicht nur Spielereien – das hier gibt es wirklich, ihr könnt es selbst aufrufen:
Ein Flugsimulator im Browser, den man zu mehreren fliegt. Eine einzige Person baute die erste Version im Februar 2025 in rund drei Stunden mit KI – nach 17 Tagen lief er auf 1 Mio. $ Jahresumsatz.
Meine eigene Vokabel-App für iPhone und Android: Karteikarten, Lernstand, tägliche Erinnerung. Beschreiben, bauen lassen, testen.
Bei CARIAD (Volkswagen) laufen Anwendungen für Portfolio- und Finanzsteuerung – gebaut mit GitHub Copilot, betrieben auf Microsoft Azure. Dieselben Bausteine wie heute, nur größer.
Die Botschaft: Die KI schreibt den Code. Der Mensch versteht das Problem, beschreibt es klar, testet – und entscheidet.
Der Überblick
Der Aufbau. Was steht auf der Seite: Überschrift, Text, Knopf?
<button>Antwort A</button>
Das Aussehen. Farben, Schriften, Abstände, runde Ecken.
button { background: #c8ef19; }
Das Verhalten. Was passiert beim Klicken, Zählen, Spielen?
knopf.addEventListener("click", …)
Das Gedächtnis. Was bleibt gespeichert, auch nach dem Schließen?
SELECT name, punkte FROM …
Merksatz: HTML sind die Knochen, CSS ist die Kleidung, JavaScript sind die Muskeln – und SQL ist das Gedächtnis. In genau dieser Reihenfolge gehen wir sie heute durch.
Der rote Faden
Nach jedem Grundlagen-Teil bauen wir gemeinsam ein Stück weiter – mit einem einzigen Prompt pro Schritt. Am Ende steht eine fertige App, die die ganze Klasse spielen kann.
Das Quiz existiert: Frage, vier Antwort-Knöpfe, Punktestand. Grau und schmucklos – aber da.
Das Quiz sieht gut aus: dunkle Karte, große runde Knöpfe, die auf die Maus reagieren.
Das Quiz funktioniert: richtig wird grün, falsch rot, Punkte zählen, nächste Frage.
Das Quiz erinnert sich: Namen eingeben, Bestenliste für die ganze Klasse.
Das ist die wichtigste Lektion des Tages: Niemand baut eine App in einem Rutsch. Man baut sie in kleinen Schritten – und nach jedem Schritt schaut man nach, ob sie noch funktioniert.
So geht das heute
1 HTML per Prompt
Baue mir eine Lern-Quiz-App über das Sonnensystem als eine einzige HTML-Datei. Wichtig: nur HTML, noch kein CSS und kein JavaScript. Oben eine Überschrift „Weltraum-Quiz“, darunter eine Frage, vier Antworten als Knöpfe und ein Absatz für den Punktestand. Erkläre mir danach in zwei Sätzen, welche Tags du benutzt hast.
Vier Zutaten für jeden guten Prompt: Was soll es sein · was soll es können · womit gebaut · wie soll es aussehen. Und immer nur ein Schritt auf einmal – „Mach mir eine coole App“ führt zu nichts.
Und jetzt: Diesen Prompt schicken wir gleich ab – der Agent baut im Hintergrund weiter, während wir uns die HTML-Grundlagen anschauen. Am Ende des Kapitels checken wir, was daraus geworden ist.
Grundlagen · HTML
HTML (HyperText Markup Language) ist die Bausprache jeder Webseite. Sie besteht aus Tags – Bausteinen in spitzen Klammern wie <h1>. Sie sagen dem Browser (dem Programm, mit dem ihr Webseiten anschaut), was etwas ist.
<h1>Das ist eine Überschrift</h1> ▲ ▲ ▲ Start-Tag Inhalt Schluss-Tag
Merkt euch
Jeder Tag wird geöffnet und (fast jeder) wieder geschlossen – mit </…>, wie eine Klammer.
Tags dürfen ineinander stecken, aber nie überkreuz.
HTML · Beispiel 1
<h1>Willkommen auf meiner Seite!</h1> <p>Ich bin Alex und das ist meine allererste eigene Webseite.</p>
So zeigt es der Browser
Ich bin Alex und das ist meine allererste eigene Webseite.
<h1> = größte Überschrift (h2, h3 … werden kleiner) · <p> = Absatz (englisch „paragraph“).
HTML · Beispiel 2
<h1>Meine Hobbys</h1> <ul> <li>Fußball</li> <li>Zeichnen</li> <li>Gaming</li> </ul> <a href="https://www.wikipedia.de"> Mein Lieblings-Lexikon </a>
So zeigt es der Browser
<ul> = Liste, <li> = ein Eintrag · <a> = Link. href ist ein Attribut: eine Zusatz-Info im Tag, hier die Zieladresse.
HTML · Beispiel 3
<img src="katze.jpg"
alt="Meine Katze Minka">
So zeigt es der Browser
katze.jpg
src sagt, welche Bilddatei gezeigt wird, alt beschreibt das Bild in Worten – wichtig für blinde Menschen und wenn das Bild mal fehlt. Dieser Tag braucht keinen Schluss-Tag.
HTML · Beispiel 4
<button>Klick mich!</button>
So zeigt es der Browser
Ein <button> ist erst mal nur ein Knopf – grau und ohne Wirkung. Für das Aussehen braucht es gleich CSS, für die Funktion danach JavaScript.
HTML · Beispiel 5
<table> <tr> <th>Name</th> <th>Punkte</th> </tr> <tr> <td>Mia</td> <td>2100</td> </tr> <tr> <td>Ben</td> <td>1900</td> </tr> </table>
So zeigt es der Browser
| Name | Punkte |
|---|---|
| Mia | 2100 |
| Ben | 1900 |
<table> = Tabelle, <tr> = Zeile, <th> = Überschrift-Zelle, <td> = normale Zelle. Merkt sie euch – nachher speichert ihr echte Highscores hinein!
HTML · Zusammenbau
<!doctype html>← „Das ist eine Webseite“<html lang="de"> <head>← Infos für den Browser<meta charset="utf-8">(Umlaute!)<title>Meine Seite</title>← Text im Tab</head> <body>← alles Sichtbare<h1>Hallo!</h1> <p>Schön, dass du da bist.</p> </body> </html>
Im Browser
🗂️ Meine Seite
Schön, dass du da bist.
Genau so eine Datei speichert ihr gleich als meine-seite.html.
Und so sieht's aus
1 HTML per Prompt
Was die KI zurückgegeben hat
Frage 1 von 5: Welcher Planet ist der Sonne am nächsten?
Punkte: 0
Genau die Tags von eben: <h1>, <p>, <button>. Grau, schmucklos, klickt nicht – aber es ist eine echte Webseite.
So geht das heute
2 CSS per Prompt
Gestalte das Quiz jetzt mit CSS, ohne den Inhalt zu ändern: dunkelblauer Hintergrund, helle Schrift, alles mittig in einer Karte mit Schatten. Die vier Antworten als große runde Knöpfe untereinander, die beim Überfahren die Farbe wechseln.
Der wichtigste Trick steht mitten im Satz: „ohne den Inhalt zu ändern“. Sagt immer dazu, was bleiben soll – sonst baut die KI gern alles um.
Und jetzt: Prompt abschicken, Agent arbeiten lassen – und während er baut, schauen wir uns CSS in Ruhe an.
Grundlagen · CSS
CSS (Cascading Style Sheets) bestimmt, wie die Sachen aussehen. Eine CSS-Regel besteht immer aus drei Teilen:
h1 { color: red; }
▲ ▲ ▲
Wer? Was daran? Wie?
Wer = Selektor (h1, p, .karte)
Was = Eigenschaft (color, font-size)
Wie = Wert (red, 20px)
Wo steht das CSS?
Im <head> in einem <style>-Block …
… oder in einer eigenen Datei styles.css. Beides ist üblich – die KI macht das für euch.
CSS · Beispiel 1
body { background: #fdf3d8; }
h1 {
color: #e5484d;
font-family: Verdana, sans-serif;
}
p {
color: #4b4b4b;
font-size: 16px;
}
Ohne CSS → mit CSS
Willkommen bei mir!
Willkommen bei mir!
Farben schreibt man als Hex-Code: #e5484d – je zwei Zeichen für Rot, Grün und Blau. Es geht auch einfach red oder gold.
CSS · Beispiel 2
/* class="karte" im HTML setzen, hier mit einem Punkt ansprechen */.karte { background: white; padding: 18px;← Luft innenmargin: 12px;← Luft außenborder-radius: 16px;← runde Eckenbox-shadow: 0 8px 22px #0003; }
So zeigt es der Browser
Alex, 13 Jahre, mag Fußball und Zeichnen.
padding = Polster innen · margin = Abstand nach außen.
CSS · Beispiel 3
button {
background: #c8ef19;
color: #061118;
border: none;
padding: 12px 24px;
border-radius: 999px; ← ganz rund
font-weight: 800;
cursor: pointer;
}
button:hover { ← Maus drüber
background: #061118;
color: #c8ef19;
}
Fahrt mit der Maus drüber!
:hover heißt: „nur solange die Maus darauf zeigt“. Solche Zusätze nennt man Pseudo-Klassen.
CSS · Beispiel 4
.reihe {
display: flex; ← nebeneinander
gap: 12px; ← Abstand dazwischen
justify-content: center; ← mittig
}
So zeigt es der Browser
Ohne display: flex stünden die drei Kästen untereinander. Flexbox ist das wichtigste Layout-Werkzeug im Web.
Genau solche Regeln meint ihr, wenn ihr der KI sagt: „Ordne die Knöpfe nebeneinander an und zentriere sie.“
Und so sieht's aus
2 CSS per Prompt
Was die KI zurückgegeben hat
Frage 1 von 5: Welcher Planet ist der Sonne am nächsten?
Punkte: 0
Kein Wort im Text hat sich geändert – nur das CSS kam dazu. Fahrt mit der Maus über einen Knopf.
So geht das heute
3 JavaScript per Prompt
Mach das Quiz mit JavaScript spielbar, ohne Aussehen und Text zu verändern: Beim Klick auf die richtige Antwort wird der Knopf grün und es gibt einen Punkt, bei einer falschen rot. Danach kommt automatisch die nächste Frage. Leg fünf Fragen in einer Liste an und zeige am Ende das Ergebnis.
Und jetzt: Prompt abschicken – während der Agent das Verhalten baut, schauen wir uns an, wie JavaScript überhaupt funktioniert.
Grundlagen · JavaScript
JavaScript ist die Programmiersprache im Browser. Sie kann sich Dinge merken, rechnen, würfeln – und vor allem: auf euch reagieren.
document.querySelector("#knopf") – „hol mir das Element mit der id knopf“.
addEventListener("click", …) – „wenn geklickt wird, mache Folgendes“.
element.textContent = "Hallo" – „schreibe da jetzt etwas anderes hin“.
Das JavaScript steht im <script>-Tag oder in einer Datei app.js. Mehr Vokabeln braucht ihr für die nächsten vier Folien nicht.
JavaScript · Beispiel 1
<!-- HTML --><button id="knopf">Klick mich!</button>// JavaScriptconst knopf = document.querySelector("#knopf"); knopf.addEventListener("click", () => { knopf.textContent = "Autsch! 😄"; });
Live – probiert es aus
const = ein fester Name für etwas. Die Zeile () => { … } ist der Auftrag, der beim Klick ausgeführt wird.
JavaScript · Beispiel 2
let punkte = 0;← merkt sich eine Zahlplus.addEventListener("click", () => { punkte = punkte + 1; anzeige.textContent = punkte; }); reset.addEventListener("click", () => { punkte = 0; anzeige.textContent = punkte; });
Live – zählt mit
0
let ist eine Variable: ein Kästchen mit Namen, dessen Inhalt sich ändern darf.
JavaScript · Beispiel 3
const sprueche = [ "Du schaffst das! 💪", "Stark gemacht! ⭐", "Weiter so! 🚀", "Fast wie ein Profi! 😎" ]; const zufall = Math.floor( Math.random() * sprueche.length ); anzeige.textContent = sprueche[zufall];
Live – drückt mehrmals
…
Eckige Klammern [ … ] sind eine Liste. Math.random() würfelt eine Zufallszahl.
JavaScript · Beispiel 4
const name = feld.value;← was getippt wurdeif (name === "") { gruss.textContent = "Bitte Namen eingeben."; } else { gruss.textContent = "Hallo " + name + "! 👋"; }
Live – tippt euren Namen
if … else = „wenn … sonst“. Damit trifft ein Programm Entscheidungen – die Grundlage jedes Quiz.
JavaScript · der Werkzeugkasten
Egal ob Quiz, Snake oder Bank-Software – alles besteht aus diesen vier Dingen:
Ein Kästchen mit Namen. Merkt sich einen Wert, der sich ändern darf.
let punkte = 0;
punkte = punkte + 1;
„Wenn … dann … sonst.“ Damit trifft das Programm Entscheidungen.
if (punkte > 8) {
lob();
} else {
nochmal();
}
Wiederholt etwas, ohne dass man es abtippt – z. B. für alle 10 Fragen.
for (let i = 0; i < 10; i++) {
zeigeFrage(i);
}
Ein Arbeitsschritt mit Namen. Einmal schreiben, beliebig oft aufrufen.
function lob() {
alert("Super!");
}
lob();
Warum ihr das kennen solltet: Ihr müsst es nicht tippen können – aber wenn ihr es im KI-Code wiedererkennt, versteht ihr, was eure App tut. Und ihr könnt viel genauer sagen, was sie stattdessen tun soll.
Zusammenbau
<!doctype html> <html lang="de"> <head> <meta charset="utf-8"> <title>Klick-Zähler</title> <style>← CSSbody { text-align: center; } button { background: #c8ef19; border: none; } </style> </head> <body>← HTML<h1>Mein Zähler</h1> <p id="anzeige">0</p> <button id="plus">+1</button> <script>← JavaScriptlet punkte = 0; plus.onclick = () => anzeige.textContent = ++punkte; </script> </body> </html>
Das ist eine komplette App
Speichern als index.html, Doppelklick – fertig.
Kein Server, keine Installation, kein Konto. Genau so startet ihr gleich.
Am Vormittag reicht eine Datei. Im Studio verteilt der KI-Agent den Code später sauber auf index.html, styles.css und app.js.
Und jetzt: selbst testen
3 JavaScript per Prompt
Live – spielt eine Runde
Frage 1 von 3
Punkte: 0
Jetzt sofort testen: Klickt eine falsche Antwort. Zählt sie fälschlich einen Punkt? Kommt die nächste Frage? Genau solche Fehler baut die KI regelmäßig ein – und genau deshalb probiert ihr jede Version selbst aus.
So geht das heute
4 Datenbank per Prompt
Erweitere das Quiz um eine Bestenliste: Vor dem Start gibt man seinen Namen ein. Speichere Name und Punktzahl am Ende dauerhaft in der Datenbank. Zeige darunter die Top 10 mit Platz, Name und Punkten, die sich nach jeder Runde automatisch aktualisiert.
Und jetzt: Prompt abschicken – während der Agent die Datenbank anbindet, schauen wir uns SQL und den Aufbau einer Web-App an.
Grundlagen · Daten
-- Alle Highscores holen, beste zuerstSELECT name, punkte FROM highscores ORDER BY punkte DESC LIMIT 10;-- Einen neuen Eintrag speichernINSERT INTO highscores (name, punkte) VALUES ('Mia', 2100);
Das Ergebnis
| # | Name | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Mia | 2100 |
| 2 | Ben | 1900 |
| 3 | Lea | 1500 |
SQL ist die Sprache, mit der man eine Datenbank fragt. Sie liest sich fast wie Englisch.
Ohne Datenbank ist der Highscore nach dem Neuladen weg und jeder sieht nur seinen eigenen.
Mit Datenbank spielt die ganze Klasse um dieselbe Bestenliste.
Der Blick hinter die Kulissen
Die bisherigen Beispiele sind reines Frontend – sie laufen komplett im Browser. Im Studio kommen Server und Datenbank dazu; unter „Code → Vibe-Backend“ könnt ihr ihnen bei der Arbeit zusehen.
Und so sieht's aus
4 Datenbank per Prompt
Was die KI zurückgegeben hat
| # | Name | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Mia | 5 |
| 2 | Ben | 4 |
| 3 | Du 👋 | 4 |
| 4 | Lea | 3 |
| 5 | Jonas | 2 |
Gespeichert auf dem Server – auch morgen noch da.
Der Unterschied zu allem davor: Diese Liste sehen alle, auf jedem Gerät. Erinnert ihr euch an SELECT name, punkte FROM highscores ORDER BY punkte DESC? Genau das schreibt die KI jetzt – ihr musstet es nur beschreiben können. Vier Prompts, eine komplette App.
Die Methode
Ihr habt es gerade viermal gesehen. Dahinter steckt immer dieselbe Schleife – und die dreht ihr gleich selbst:
Drei Regeln, die den Unterschied machen
Startet mit der einen Sache, nicht mit der ganzen App.
Erst sichern, was läuft – dann Großes umbauen.
Niemals echte Namen, Adressen oder Passwörter in die App.
Bevor ihr loslegt
Ihr habt es heute Vormittag schon viermal gesehen – das ist die Formel dahinter:
Eine Quiz-App, ein Spiel, eine Webseite – nennt das Ding beim Namen.
Die eine Kernfunktion, die gerade dran ist – nicht die ganze App auf einmal.
Nur HTML? Auch CSS? Schon JavaScript? Sagt es der KI explizit.
Farben, Stimmung, Vorbilder – je konkreter, desto besser das Ergebnis.
Mach mir eine coole App.
Baue mir eine Quiz-App über Tiere als eine HTML-Datei. Oben eine Überschrift, darunter eine Frage mit vier Antwort-Knöpfen.
Wichtig zu wissen
Klickt jede neue Funktion selbst durch. Was nicht getestet ist, funktioniert erfahrungsgemäß nicht.
Manchmal verschwindet etwas, das vorher lief. Sagt darum dazu: „Behalte alles Bisherige.“
Auch falsche Antworten wirken überzeugend. Ihr seid die Prüfinstanz – nicht umgekehrt.
Beim Fehlersuchen hilft: beschreibt, was ihr seht („der Knopf reagiert nicht mehr, seit der Highscore dazu kam“), statt nur „geht nicht“. Und: keine echten Namen, Adressen oder Passwörter in die App.
Theorie fertig
Sucht euch eine Gruppe, überlegt euch eine Idee – und dann geht's ins VibeFabrik Studio.
Ab 09:45 Uhr
Sucht euch etwas aus – oder erfindet etwas ganz Eigenes:
Snake, Reaktionstest, Memory, Weltraum-Ausweichen – mit Punkten, Leveln und Highscore.
Quiz über euer Lieblingsthema, Vokabel-Trainer, Mathe-Blitzrechnen – mit Rangliste.
Abstimmung für den Wandertag, Klassendienst-Rad, Playlist-Wunschliste – mit gespeicherten Stimmen.
Zeichenprogramm, Steckbrief-Generator, Witz-Maschine, digitale Glückwunschkarte.
Erst überlegen, dann tippen: Wer ist die Zielgruppe? Was ist die eine Kernfunktion? Damit startet ihr – alles andere kommt später.
Euer Fahrplan · 09:45 – 12:15
Nicht sofort lostippen. Profis arbeiten in dieser Reihenfolge – ihr heute auch:
MVP = „Minimum Viable Product“: die kleinste Version, die schon wirklich läuft. Lieber ein Quiz mit drei Fragen, das funktioniert, als zwanzig, die keiner spielen kann.
Euer Werkzeug am Nachmittag
Der KI-Agent im Studio plant, legt mehrere Dateien an, testet seinen Code selbst und nutzt eine echte Datenbank.
Achtung, Budget: Jede Gruppe hat eine begrenzte Zahl an KI-Anfragen (Tokens sind die Wort-Bausteine, in denen KI-Arbeit gemessen wird). Überlegt eure Prompts gemeinsam, dann kommt ihr locker hin.
Vor dem Startschuss
Bevor ihr selbst loslegt: unser Weltraum-Quiz von heute Vormittag entsteht noch einmal komplett im VibeFabrik Studio – als echter Agent, mit mehreren Dateien, Selbsttests und einer echten Datenbank.
So sieht es aus, wenn der Agent fertig ist – schaut jetzt live zu, wie er dorthin kommt, bevor eure eigene Gruppenphase startet.
11:30 · Galerie-Rundgang
Zum Schluss testet ihr die Apps der anderen Gruppen – so wie echte Nutzerinnen und Nutzer:
11:55 · der große Moment
Drei Minuten sind mehr, als ihr denkt – nutzt sie für eine echte Vorführung statt für Folien:
Keine Angst vor Bugs. Auch in echten Firmen wird ein MVP mit Macken gezeigt – genau dafür ist er da. Was heute läuft, ist mehr, als die meisten Erwachsenen je selbst gebaut haben.
Gut gemacht
Was aus eurer App wird, wie ihr sie mitnehmt – und was noch alles geht.
Und danach?
Alles, was ihr heute baut, gehört euch – und bleibt vier Wochen lang online:
Mit „Veröffentlichen“ bekommt eure App eine eigene Internet-Adresse. Sie funktioniert zu Hause, auf dem Handy und bei Oma – bis vier Wochen nach dem Workshop.
Alle freigegebenen Apps erscheinen gesammelt in der Workshop-Galerie. Ein Link für die ganze Klasse – auch als QR-Code fürs Klassenzimmer.
Unter „Code“ könnt ihr alle Dateien ansehen und kopieren. Macht das vor Ablauf der vier Wochen! Als .html-Datei gespeichert, gehört eure App euch dauerhaft.
Warum nur vier Wochen? Danach räume ich die Workshop-Server wieder auf – das gehört zum sauberen Umgang mit euren Daten dazu. An die Lehrkraft: Sie bekommen die Galerie- und App-Links direkt nach dem Workshop, zum Weitergeben und Sichern.
Der Werkzeugkasten
Ziel und Funktionen aufschreiben, bevor der erste Prompt rausgeht. Spart die meisten Irrwege.
Genau das, was ihr heute viermal gesehen habt: Struktur und Optik → Verhalten → Daten (HTML, CSS, JS, SQL).
Der Agent baut, testet selbst, findet den Fehler und bessert nach – der Mensch prüft das Ergebnis.
Weit über Webseiten hinaus
Webseiten sind nur der Anfang. Nach demselben Prinzip – beschreiben, bauen lassen, testen – entstehen auch:
Echte iOS- und Android-Apps, die im App Store landen. Mein VokaBüffel ist genau so entstanden.
2D- und 3D-Spiele mit einer richtigen Spiele-Engine – KI schreibt die Steuerung und die Spiellogik.
Eigene Blöcke, Items und Regeln für euren Server. Beschreiben, was der Block können soll – fertig.
Blender versteht Python-Skripte. Damit lassen sich Modelle, Animationen und ganze Szenen erzeugen.
Und weiter: Discord-Bots · Excel-Auswertungen · kleine Roboter mit Arduino · Musik- und Video-Werkzeuge. Die Frage ist nie „geht das?“, sondern: Könnt ihr genau genug beschreiben, was ihr wollt?
Für die Neugierigen
ChatGPT oder Claude im Browser reichen für eine index.html völlig aus – kostenlos und ohne Installation.
Wer mehr will: Claude Code oder die Codex-App auf dem Rechner. Kostenpflichtige Abos vorher mit den Eltern anschauen.
Zum Veröffentlichen gibt es Vercel, für Datenbank und Login Supabase – beides mit kostenlosem Einstieg.
Tutorials schauen, z. B. auf youtube.com/@JonasKeil – einfach ausprobieren, und wenn's hakt, die KI selbst fragen, wie es weitergeht.
Startregel: ein eigenes Problem, eine Kernfunktion, testen, verbessern. Nicht die perfekte App zählt, sondern dass aus eurer Idee etwas Echtes wird.
Spickzettel
<h1>.href="…" oder src="…".SELECT … FROM ….h1, p, .karte.Der Abschluss
HTML baut auf, CSS gestaltet, JavaScript handelt, SQL erinnert sich. Ihr erkennt diese vier im Code wieder – das reicht, um mitzureden.
Nicht das Tippen entscheidet, sondern wie genau ihr sagt, was ihr wollt: ein Schritt pro Prompt, konkret, und immer dazu, was bleiben soll.
Die KI klingt immer überzeugt – auch wenn sie falsch liegt. Wer selbst durchklickt, findet die Fehler, die sie übersieht.
Keine Übungsaufgabe, sondern eine App mit eigener Adresse, die andere benutzen können. Vor drei Jahren war das an einem Vormittag unmöglich.
Der wichtigste Satz zum Mitnehmen: Die Idee bleibt eure. Die KI ist schnell – aber sie weiß nie, was gebaut werden soll. Das entscheidet ihr.
Genug geredet
Eine Idee reicht. Der erste Prompt ist nur einen Satz entfernt – und in ein paar Stunden gibt es eure App, die es vorher nicht gab.
VibeFabrik baut individuelle Apps, Webtools und KI-Automatisierungen – in Tagen statt Monaten.
VibeFabrik · vibefabrik.de · Vibe-Coding Workshop für Schulklassen
Diese Folien wurden – natürlich – mit Vibe Coding gebaut. 💚
© VibeFabrik · vibefabrik.de
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